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EVP für möglichst weitgehenden Schutz bei Gentests

Der Bun­des­rat hat dem Par­la­ment am Mon­tag eine Total­über­ar­bei­tung des ver­al­te­ten Geset­zes über gene­ti­sche Unter­su­chun­gen beim Men­schen (GUMG) vor­ge­legt. Die EVP setzte sich mit wech­seln­den Min­der­hei­ten im Rat dafür ein, die darin ent­hal­te­nen Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bote, Informations- und Aufklärungs­pflichten sowie der Vor­schrif­ten zum Schutz gene­ti­scher Daten mög­lichst restrik­tiv aus­zu­ge­stal­ten. Aus­ser­dem unter­stützte die EVP, dass Ver­si­che­run­gen kei­nen zusätz­li­chen Ein­blick in die Ergeb­nisse von Gen­tests erhal­ten.

Ledig­lich für Gen­tests im medi­zi­ni­schen Bereich gibt es heute Vor­schrif­ten. Inzwi­schen boo­men jedoch in einem recht­li­chen Grau­be­reich soge­nannte Lifestyle-Untersuchungen, mit denen sich zum Bei­spiel die Her­kunft, eine sport­li­che Ver­an­la­gung oder eine pas­sende Diät ermit­teln las­sen. Um diese Ange­bote recht­lich zu regeln, hat der Bun­des­rat die Total­re­vi­sion des Geset­zes über gene­ti­schen Unter­su­chun­gen beim Men­schen (GUMG) vor­ge­legt. Der Natio­nal­rat hat diese Geset­zes­über­ar­bei­tung gross­mehr­heit­lich gut­ge­heis­sen. 

Keine Ein­sicht für Ver­si­che­run­gen in Ergeb­nisse von Gen­tests

An einem Punkt schlug sich der Rat auf die Seite der Kom­mis­si­ons­min­der­heit: Die vor­be­ra­tende Kom­mis­sion hatte ent­ge­gen dem Ent­wurf des Bun­des­ra­tes bean­tragt, dass Ver­si­che­run­gen künf­tig beim Abschluss von Lebens- und frei­wil­li­gen Inva­li­di­täts­ver­si­che­run­gen bereits frü­her gemachte medi­zi­ni­sche Gen­tests ein­for­dern dür­fen. Der Rat lehnte die­sen Kom­mis­si­ons­an­trag mit den Stim­men der EVP jedoch deut­lich ab.

Die EVP hatte sich zusam­men mit ver­schie­de­nen Rats­min­der­hei­ten über weite Stre­cken ver­geb­lich dafür ein­ge­setzt, die im Gesetz ent­hal­te­nen Schutz­vor­schrif­ten, Auf­klä­rungs­pflich­ten und Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bote mög­lichst weit­ge­hend und damit restrik­tiv zurück­hal­tend aus­zu­ge­stal­ten.

Mög­lichst umfas­sende Schutz­vor­schrif­ten

So plä­dierte die EVP zum Bei­spiel dafür, dass Unter­su­chun­gen des Nabel­schnur­blu­tes erst nach der 12. Schwan­ger­schafts­wo­che durch­ge­führt wer­den dür­fen. Bei die­sen Tests wird unter­sucht, ob sich das Nabel­schnur­blut des Embryos oder Fötus zur Über­tra­gung auf einen kran­ken Eltern­teil oder Geschwis­ter eig­net. Immer­hin regelt die Geset­zes­re­vi­sion nun, dass der dafür ent­schei­dende Gewe­be­ty­pus sowie das Geschlecht des Unge­bo­re­nen der Schwan­ge­ren erst nach der 12. Schwan­ger­schafts­wo­che mit­ge­teilt wer­den dür­fen. Dies soll Abtrei­bun­gen etwa wegen eines uner­wünsch­ten Geschlechts ver­hin­dern.

Gegen Wer­bung für Gen­tests

Publi­kums­wer­bung für Gen­tests ist künf­tig grund­sätz­lich zuläs­sig, jedoch für gene­ti­sche Unter­su­chun­gen im medi­zi­ni­schen Bereich, bei urteil­s­un­fä­hi­gen Per­so­nen sowie für prä­na­tale Tests ver­bo­ten. Die EVP hatte sich zusam­men mit einer Min­der­heit für ein gene­rel­les Ver­bot von Wer­bung für Gen­tests ein­ge­setzt.

Das Geschäft geht nun in den Stän­de­rat.

Für Aus­künfte:

Mari­anne Streiff-Feller, Par­tei­prä­si­den­tin und Natio­nal­rä­tin: 079 664 74 57
Nik Gug­ger, Natio­nal­rat: 079 385 35 35
Domi­nik Währy, Gene­ral­se­kre­tär:
079 688 05 55
Dirk Mei­sel, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­tion: 079 193 12 70